FAQ

Was war der Ausgangsgedanke für das IQH-Konzept?

Unser erster Gedanke war: Es ist nicht die Frage, ob man sich ein Qualitätsmanagement leisten kann, sondern, ob man es sich zukünftig noch leisten kann, kein Qualitätsmanagement zu haben. Das wird insbesondere im Hinblick auf die wachsende Konkurrenz von anderen Leistungsanbietern auf dem Gesundheitsmarkt deutlich.

So versuchen beispielsweise Sportlehrer mit Siegeln wie "Sport pro Reha" etc. Marktanteile im Bereich der Prävention und Rehabilitation gegenüber anderen Heilmittelerbringern zu sichern. Hier gilt es nach außen ausweisbare Qualitätszeichen auch für Heilmittelerbringer gegen zu setzen. Bedenkt man zudem, dass ab 01. Januar 2004 Ärzte gesetzlich verpflichtet werden, einrichtungsintern ein Qualitätssicherungssystem einzuführen, wird die ganze Diskussion der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen deutlich.

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Das IQH-System war ursprünglich bei den Heilmittelerbringern nicht ganz unumstritten. Warum?

Es war ein neuer Gedanke. Der IFK hat etwas angeregt, was es bis dahin in dieser Form nicht gab: Qualitätssicherung in der ambulanten Heilmittelversorgung. Die Idee dieser Initialzündung ist inzwischen verstanden worden, übrigens nicht nur von den Physiotherapeuten. Mittlerweile beobachten wir eine zunehmende Zahl von Anbietern von Qualitätsmaßnahmen in der Branche.

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Wie gelingt es IQH, bei den Selbstständigen Akzeptanz für zusätzliche Qualitätssicherungsmaßnahmen zu schaffen?

Wir stellen immer wieder klar: Der IFK hat die Initialzündung gegeben, aber IQH funktioniert unabhängig vom Bundesverband. Soviel ist doch gewiss: Nur eine vom Verband fachlich unabhängige Qualitätssicherung schafft Akzeptanz bei Kostenträgern, Politik, Patienten und Medien.

Der zweite entscheidende Grund für selbstständige Heilmittelerbringer ist: Die Workshops im Rahmen des IQH-Angebots bleiben bezahlbar; bei relativ wenig Praxisausfall. Die Kosten-Nutzen-Relation ist also absolut angemessen.

Zum Dritten haben wir bei IQH zwar Rahmenvorgaben durch ein standardisiertes Handbuch, aber die individuelle Situation der Praxis wird berücksichtigt.

Punkt Vier: IQH vergibt ein Qualitätszeichen und schafft damit Transparenz. Für Kostenträger, Ärzte und Patienten ist eine IQH-Praxis sofort erkennbar. Schließlich gibt uns auch der Erfolg von IQH weiteren Auftrieb. Denn erfolgreiche Teilnehmer an unserer Qualitätssicherung überzeugen andere Heilmittelerbringer, die noch skeptisch sind.

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Wie funktioniert das IQH?

Zunächst einmal gibt es ein enges Zusammenspiel von Vorstand, Kuratorium und Mitgliederversammlung in wesentlichen Entscheidungen. Besonders hervorzuheben ist jedoch die fachliche Lenkung des Instituts durch ein hochrangig besetztes Kuratorium. Dort haben wir neben zwei namhaften Professoren für Recht und für Betriebswirtschaft mit der Deutschen Rheumaliga eine bedeutende Selbsthilfeorganisation eingebunden, zwei Vertreter hat die Bundesärztekammer in das Kuratorium entsandt, einen das Ministerium für Soziale Sicherung und einen der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen. Außerdem garantiert ein QM-Auditor im Kuratorium für den notwenigen Sachverstand. Dies belegt eindrucksvoll sowohl die große Fachkompetenz als auch die fachliche Unabhängigkeit des IQH-Systems von Einflussnahme möglicher Betroffener.

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Welche konkreten Vorteile könnten einer Heilmittelpraxis durch die Einführung des IQH-Systems entstehen?

Der Praxisalltag gestaltet sich wesentlich effizienter, es wird ein funktionierendes Risikomanagement installiert. Dies hilft entscheidend, Beschwerden zu vermeiden oder professionell mit ihnen umzugehen, wenn es welche geben sollte. Die Terminplanung klappt besser. Die Patienten bemerken jedoch auch Unterschiede hinsichtlich der Behandlung. Vor Beginn der Behandlung werden in jedem Fall berufsgruppenspezifisch, z. B. physiotherapeutische oder ergotherapeutische Messverfahren eingesetzt. Am Ende einer Behandlungsserie wird eine Messung der Ergebnisse durch den wiederholten Einsatz der Messverfahren vorgenommen. Die Behandlung erfolgt ferner durch einen festen Bezugstherapeuten. In die verbindlichen Absprachen zur Therapieplanung und zu den Therapiezielen werden die Patienten einbezogen. Dadurch erleben wir in einer IQH-Praxis eine deutlich gesteigerte Patientenzufriedenheit und in der Folge auch eine bessere Patientenbindung. Wir bemerken auch steigende Anteile von Privatpatienten in IQH-Praxen.

Auch die Mitarbeiter einer Heilmittelpraxis sind für Qualitätssicherung zu gewinnen, denn sie haben ein gemeinsames Ziel ins Auge gefasst und Lösungen werden in Teamarbeit umgesetzt. Neue Mitarbeiter werden regelmäßig schneller eingearbeitet, denn es gibt in einer IQH-Praxis feste Konzepte für die Einarbeitung. Regeln und Ziele sind gemeinsam vereinbart und fixiert. Ebenso wird im Bereich der Fortbildung verfahren: Mit den Mitarbeitern wird ein Fortbildungsplan erarbeitet, der eine konsequente Weiterentwicklung des gesamten Teams zum Ziel hat. Schließlich fallen in einer IQH-Praxis durch den effizienten Arbeitseinsatz möglicherweise weniger Überstunden an, die Mitarbeiter sind motiviert, denn Sie merken, wie ihre Anregungen und Ideen im Team diskutiert und umgesetzt werden. Es weckt bei den Mitarbeitern einer IQH-Praxis ein größeres Interesse an Fortbildungen in neuen Methoden und an einer größeren Zertifizierungsvielfalt. Die Mitarbeiter registrieren, dass sie in einer IQH-Praxis beste Voraussetzungen haben, um selbst beruflich weiterzukommen. Sie merken, dass ihr Marktwert bei Bewerbungen steigen kann und wir wissen, dass IQH-Praxen gezielte Bewerbungen von gut qualifizierten Therapeuten bekommen.

Das alles bemerken natürlich auch Ärzte, die gerne mit einer IQH-Praxis zusammenarbeiten. Dies macht eine IQH-Praxis unterscheidbar von anderen und verschafft ihr vor allem auch deutliche Marketingvorteile. Nicht ganz unwichtig für selbstständige Heilmittelerbringer ist auch, dass ein IQH-Zeichen durch die beschriebenen Vorteile den Wiederverkaufswert einer Praxis zu steigern und zu sichern vermag.

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Ist der Einstieg in die IQH-Qualitätssicherung kompliziert? Wie funktioniert das in der Praxis?

Die Praxisinhaber bekommen drei Wochen vor Beginn ihres IQH-Workshops das IQH-Handbuch. Es ist die Grundlage des Systems, enthält alle Rahmenvorgaben, ist aber - und das unterscheidet IQH von anderen Systemen - auch für die einzelne Praxis individualisierbar. Das Handbuch besteht zunächst aus einem Qualitätshandbuch. Es enthält außerdem Prozessbeschreibungen, Funktionsbeschreibungen, Formulare und eine Leistungsbeschreibung. Im IQH-Handbuch finden die Mitglieder standardisierte Pflichtdokumente, die genau in der vorliegenden Form zu nutzen sind, um die strengen IQH-Regeln zu erfüllen, aber auch individualisierbare Musterdokumente. Diese können nach den Erfordernissen der Praxis angepasst werden. Mit diesem Handbuch starten die Mitglieder in drei eintägige Workshops, von denen zwei an aufeinanderfolgenden Tagen stattfinden. Insgesamt sind mindestens ca. sechs Monate anzusetzen, bis ein IQH-Zeichen ausgewiesen werden kann.

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Welchen Sinn macht das IQH-Zeichen an der Tür und in den Praxisräumen?

Ziel der Teilnehmer, die sich in das IQH-System einbinden, ist es, die geforderte und geleistete Qualität der ambulanten Praxis nach außen zu dokumentieren. IQH-Mitglieder haben die Möglichkeit, ihre Praxis nach dem IQH-Modell zertifizieren zu lassen. Als Heilmittelpraxis mit dem IQH-Qualitätszeichen gewährleisten sie ihren Patienten eine gleichbleibend hochwertige und effiziente Therapie. Diese Transparenz ist wichtig auch für die Akzeptanz bei Ärzten und Kostenträgern. IQH setzt sich bislang erfolgreich für die Akzeptanz des IQH-Systems im Gesundheitswesen ein.

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Welche Erfolge von IQH im Gesundheitssystem gibt es schon?

Die sind tatsächlich vorhanden. Die Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung hat im Dezember dem IQH-System hohes Lob gezollt und ihre Anerkennung ausgesprochen. Die L'Assurance Maladie de salares securité, also eine nationale französische Krankenversicherung hat sich genauso bereits nach dem IQH erkundigt, wie der Schweizer Physiotherapieverband.

In den Nachbarländern sieht man das IQH als interessantes Musterprojekt für Qualitätssicherungsmaßnahmen von Heilmittelerbringern. Wir erleben ein großes Medieninteresse für IQH aber auch für die zertifizierten Praxen vor Ort. Und das Interesse von anderen Verbänden an einer Aufnahme ins IQH zeigt uns: IQH ist ein Erfolgsmodell.

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...das auch von anderen "abgekupfert" wird?

Natürlich gibt es Trittbrettfahrer, die IQH genau studieren und versuchen, die Vorteile von IQH für eigene Qualitätssicherungsmodelle zu nutzen. Wir freuen uns auf den Wettbewerb mit anderen Modellen. Das es diesen Wettbewerb gibt, zeigt uns, dass unsere Initialzündung erfolgreich war und die Branche bewegt hat. Darauf sind wir stolz.

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Keine Angst vor Nachahmern des IQH-Systems?

Unser kostengünstiges und zugleich effizientes und effektives System besticht durch seine hohe Akzeptanz. Insbesondere die Beschlussfassung von verändernden Maßnahmen durch ein hochrangiges, unabhängiges Kuratorium sichert den Teilnehmern ein hohes Maß an Gewähr, dass unser System auch anerkannt wird. Dies können viele andere Mitbewerber nicht für sich in Anspruch nehmen. Wir raten selbstständigen Heilmittelerbringer daher eindringlich: Prüfen Sie andere Modelle genau. Wir können jetzt schon vorhersagen: Einige andere Nachahmermodelle werden langfristig ohne jede Chance auf Akzeptanz bei Kostenträgern und Politik bleiben.

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